Bitte beachten Sie:

Die Tiersteckbriefe sollen Ihnen nur die wichtigsten Basisinformationen zur Verfügung stellen. Eine eingehende Beschäftigung (Lesen von weiterführender Literatur, Diskussionsforen im Internet) bei Kauf und Haltung ist notwendig.

Steckbrief Hase

LebenserwartungJe nach Rasse und Größe 8-16 (20) Jahre
Geschlechtsreife6 - 12 Monate
Dauer des Sexualzyklus
2 - 14 Tage
Trächtigkeitsdauer60 - 66 Tage
Anzahl der Nachkommen1 – 12
Normale Körpertemperatur 37,5° - 39,0° C
Herzfrequenz80 - 120/min
Atemfrequenz in der Ruhe 10 - 25/min

Fütterung Hase

  • Kaninchen benötigen sehr viel Rohfaser in ihrer täglichen Nahrung. Sie haben eine relativ schwach ausgeprägte Darmmuskulatur, d.h.: nur wenn oben genügend Futter gefressen wird, kann auch ein Kotabsatz erfolgen. So ist eine regelmäßige ausreichende Nahrungsaufnahme für eine intakte Verdauung von entscheidender Bedeutung.
  • Kontrollieren Sie bitte täglich den Kotabsatz Ihres Tieres: zu wenig, zu kleiner und fester Kot aber auch breiiger, übel riechender Kotabsatz sind ernste Anzeichen einer Verdauungsstörung und sollten Sie zu einer umgehenden Vorstellung bei Ihrem Haustierarzt veranlassen.
  • Rasche Futterumstellung werden schlecht vertragen und können zu erheblichen Magen-Darmstörungen führen
  • Der Hauptnahrungsteil Ihres Kaninchens besteht aus frischem, duftendem Heu. Bitte achten Sie hier auf eine optimale Qualität. Schlechte Heuqualität oder gar Schimmelbildung führt zu schweren Gesundheitsschäden.
  • Als Grünfutter eignen sich neben Karotten, Gurke, Petersilie auch Süßgräser und Kräuter (Löwenzahn, Spitzwegerich, Vogelmiere, Sauerampfer, usw.). Vorsicht: kein feuchtes oder angewelktes Futter und im Frühjahr nicht zu große Mengen an frischem Grünfutter geben.
  • Einige Pflanzen sind für Kaninchen giftig, z.B. Weihnachtsstern, Rhododendron, Wolfsmilchgewächse, Hahnenfußarten, Philodendron, Efeu, Goldregen, Wickenarten, Schöllkraut und einige weitere Arten
  • Obst kann gefüttert werden (aber nur kleinere Mengen, da sehr energiereich, besonders Bananen)
  • Mais sollte nur halbreif verabreicht werden!
  • Kohl führt leicht zu Blähungen, allerdings eignet sich Grünkohl gut zum Füttern und wird gerne aufgenommen
  • Rüben: rote Rüben und Futterrüben sind gute Nahrungsquellen, Zuckerrüben sind wegen des hohen Energiegehaltes weniger geeignet.
  • Trockenfuttermischung (handelsübliches Kaninchenfutter): Tiere sollten nie mehr als einen Esslöffel als tägliche Ration bekommen, da bei Aufnahme von größeren Mengen Verdauungsstörungen und Verfettungen vorprogrammiert sind. Es sollte in schweren Futtertrögen (Keramik oder Ton) angeboten werden.
  • Zum Spielen und Beknabbern eignen sich frische Zweige von Weiden, Haselnussträuchern und unbehandelten Obstbäumen
  • Trinkwasser muss täglich frisch und in ausreichender Menge angeboten werden. Trinkflasche häufig mit heißem Wasser reinigen, um Algenbildung zu vermeiden. Die Trinkwasseraufnahme eines 2kg Kaninchens beträgt ca. einen Viertel Liter Wasser am Tag

 

Besonderheiten Hase

  • Die Zähne wachsen beim Kaninchen ständig nach und werden beim Kauen und Nagen der Nahrung fortlaufend abgenutzt. Zahnfehlstellungen, die eine gleichmäßige Abnutzung verhindern, sind wohl die häufigste Ursache für Tierarztbesuche und erfordern dann regelmäßiges Kürzen der Zähne (meist alle 4 Wochen). Auch Zahn- und Kieferabszesse werden durch Zahnanomalien begünstigt
  • Kaninchen fressen einen Teil ihres Kotes (so genannter Blinddarmkot – weich, länglich, teils schleimig und stärker riechend) direkt vom After weg. Dieser Kot wird zur Deckung des Vitamin- und Eiweißbedarfes benötigt und enthält wichtige Darmbakterien zur Gesunderhaltung der Darmflora.
  • Der Urin bei Kaninchen ist je nach Fütterung von dunkelbraun über rot (Löwenzahn) und violett (rote Rüben) gefärbt. Er wird häufig zum Reviermarkieren verspritzt.
  • Kaninchen gehören zu den Hasenartigen, der Ausdruck Zwerghase ist eigentlich falsch
  • Sie sind primär nachtaktive Tiere, verlassen aber auch tagsüber ihren Bau
  • Familien bestehen aus einem Männchen (Rammler) und mehreren Weibchen, sowie den Jungtieren
  • Große Rassen (dtsch. Widder, dtsch. Riese und Riesenschecke) kommen auf bis zu 75cm Körperlänge und 6-7kg Körpergewicht
  • Kaninchen werden als Nesthocker nackt, blind und taub geboren (im Gegensatz zum „echten“ Feldhasen)
  • Sie können recht gut sehen und rote und grüne Farbtöne unterscheiden

Haltung Hase

  • Käfig mit einer Grundfläche von mindestens 60 x 40 cm und einer Höhe von 40 cm( bei Besatz mit einem Gerbilpaar)
  • Haltung in Terrarien und Aquarien ist möglich
  • Käfig sollte mehrere Etagen besitzen, die durch Seile Röhren, Äste, etc. verbunden sind
  • Versteckmöglichkeiten sollten vorhanden sein
  • als Einstreu eignen sich Holzspäne, Weichholzgranulat oder auch Sand; die Einstreutiefe beträgt 15 cm, da die Tiere ein ausgesprochenes Grabbedürfnis haben.
  • als Nistmaterial für das Schlafhaus (20x15x15cm mit Klappdeckel) aus Holz oder Keramik dienen Heu, Zellstoff und nicht bedruckte Papierschnitzel. Hamsterwatte und Textilgeweben sind dafür nicht geeignet.
  • Um Verhaltenssterotypien (zwanghaftes Scharren in der Ecke oder am Boden) zu vermeiden, ist neben eine abwechslungsreichen Käfigeinrichtung und einer ausreichenden Grabmöglichkeit eine gut abgedunkelte Schlafhöhle mit genügend langer Eingangsröhre wichtig.
  • Futternäpfe sollten standfest sein und aus dickem Ton- oder Keramikmaterial bestehen, um ein eingraben zu vermeiden.
  • Luftfeuchtigkeit sollte ca. 40% haben, die Raumtemperatur ist mit 20-24°C optimal
  • Die Gerbils setzen relativ wenig Urin ab. Zusammen mit dem recht trockenen Kot reicht eine einmalige Reinigungsaktion des Käfigs mit Wechseln der Einstreu pro Woche aus. Futterschalen und Trinkwasserspender (Nippeltränken) müssen täglich gereinigt werden.
  • unbedingt erforderlich ist eine Schale mit Chinchillasand zum Sandbaden und Entfetten des Fells
  • Wüstenrennmäuse dürfen nicht einzeln gehalten werden. Wegen der Rangstreitigkeiten empfiehlt sich bei gemischtgeschlechtlicher Haltung nur ein einzelnes Paar, wobei das Männchen kastriert werden sollte – sofern kein Nachwuchs erwünscht ist. Durch ihr ausgeprägtes Territorialverhalten müssen Jungtiere nach dem Entwöhnen bei erlangter Selbständigkeit relativ rasch aus dem Käfig der Elterntiere entfernt werden.

Vorsorge Hase

  • Kaninchen können sich über Futter von im Freien gesammeltem Frischfutter (Löwenzahn, Gräser und Kräuter) sowie über Stechfliegen im Haus mit tödlichen Krankheiten infizieren, die durch Viren verursacht werden. Deshalb ist eine regelmäßige Impfung gegen Myxomatose und RHD (so genannte Chinaseuche) auch bei privat gehaltenen Kaninchen sehr wichtig. 
  • Die Impfung gegen RHD wird einmal im Jahr vorgenommen und ab der 8. Lebenswoche geimpft.
  • Die Impfung gegen Myxomatose muss 2-3 mal im Jahr vorgenommen werden und erfolgt mit der 8. bis 12. Woche. Beide Impfstoffe sind  mittlerweile sicher und gut verträglich. 
  • Eine tägliche Kontrolle der Futteraufnahme und des Kotabsatzes (Menge, Form, etwaiger vorhandener Geruch und Beschaffenheit) ist sehr wichtig: Veränderungen im Fressverhalten oder im Kotabsatz sind ernst zu nehmende erste Anzeichen einer Verdauungsstörung und bedürfen einer raschen Behandlung
 Bei jungen oder vor kurzem übernommenen Kaninchen sollten Sie in jedem Fall ein bis zwei Mal eine Kotprobe auf parasitäre Infektionen in Ihrer Tierarztpraxis durchführen lassen. Kokzidien gehören hier zu den wichtigsten behandlungsbedürftigen Darmparasiten, die lebensbedrohliche Magen-Darmerkrankungen verursachen können.
 
Vorsicht bei stark haarenden Tieren: Übermäßige Aufnahme von losen Haaren aus dem Fell kann zu schweren Verdauungsstörungen führen.
Bürsten Sie Ihr Kaninchen regelmäßig während des Fellwechsels. Ein erster Hinweis sind Haarbeimengungen im Kot, die bei größerer Menge zu einem sogenannten Perlschnurkot führen können (siehe Bild unten).
Als Vorbeuge kann man regelmäßig kleinere Mengen Ananassaft (1-2ml pro kg/Kgw) mehrmals täglich verabreichen.

Notfallnummer

In dringenden Notfällen versuchen wir für Sie erreichbar zu sein:
Notfallhandy: 0171-7302553
Bitte rufen Sie vorher in unserer Praxis an, ob Sie dort nicht jemanden erreichen können!

Kontakt

Tierärztliche Gemeinschaftspraxis
Dr.med.vet. Reinhard Schramm
Dr.med.vet. Wolfgang Eisele
Kastanienweg 19
D-91058 Erlangen
Tel.: 09131-65041/65042
Fax: 09131-63616

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